Einsatz von medizinischen Textilien
Mit der stetigen Zunahme der Weltbevölkerung, der
Erwartung
nach einem langen Leben und dem Wunsch nach hoher
Lebensqualität auch im Alter wächst die Nachfrage
nach Textilien
im
Bereich der Medizin und im Bereich „Life
Science“.
Diese Bereiche betreffen unmittelbar die
Lebensbedingungen des
Menschen, seine Gesundheit und Umwelt.
Nach
der Entwicklung von medizin. Textilien ist nun gefragt!
Die dafür benötigten neuen Techniken in der Medizin
stellen hierfür
neue oder höhere Anforderungen an die eingesetzten
Werkstoffe,
die in internationalen Normen festgelegt sind.
Für
die Zulassung solcher medizinischen Textilien müssen aber erst
die
erforderlichen Eigenschaften nachgewiesen werden.
Daher gehört die Zukunft den „intelligenten“ Textilien, die diese
spezifischen Funktionen und Eigenschaften gezielt
erfüllen können.
Textile Strukturen werden heute in der
Medizintechnik für unterschiedl.
Bereiche eingesetzt, wie z.B.:
1)
Im Umweltbereich und in der Biotechnologie werden Textilien,
wie offenporige Pol- ,Vlies-
und Veloursstoffe, als Strukturmatrix
für
Zellen und Bakterien eingesetzt.
2)
Im Hygienebereich bieten bioabbaubare Polymere die
Möglichkeit der umweltfreundlichen Kompostierung bei
zusätzlicher Körperverträglichkeit und antimikrobieller Ausrüstung.
3)
Im Krankenhausbereich werden Einmalartikel aus Vliesstoffen
eingesetzt. Neue Membrantextilien mit mikroporösen
Beschichtungen (Porendurchmesser < 0,1 um) gewährleisten
eine hohe Keimdichtigkeit.
4)
Im Entwicklungsstadium ist der biohybride Organersatz.
„funktionalisiert“ werden. Auf diese Weise sollen
textile Strukturen
die Aufgaben der Bauchspeicheldrüse oder der Leber
übernehmen.
A) Textile Implantate
a) Chirurgische
Netze (z.B. Stützung von Gefäß-
Bioprothesen u.
Organen)
b) Gefäßprothesen
(z.B. Blutgefäß- und
Luftröhrenprothesen)
c) Ersatzhaut
(z.B. Patches für den Hirnhautersatz)
d) Bänder-
und Sehnenprothesen
B) Wundversorgung
a) Chirurgische
Nähfäden
b) Wundpflaster
c) Elastische
und unelastische Binden
d) Salbenkompressen
e) Gipsverbände
f) Elastische
Schlauchnetze
C) Abstandsgewirke
Für den Einsatz als therapeutisches Hilfsmittel:
a) in der
Orthopädie
b) für die
Dekubitusprophylaxe (Wundliegen- Vorbeugung)
c) in der
Rehabilitation
A) Textile Implantate
Zur Geschichte der textilen Implantatstrukturen
„In den 50er Jahren wurde erkannt, daß
durch poröse, textile
(Auszug aus H.Planck : Einsatz textiler Strukturen für die Implantation)
Durch den Einsatz von Polyester
(Polyethylenterephthalat) wurden
Implantatmaterialien entwickelt, die sich
als textile Gefäßprothesen
für den Langzeiteinsatz eigneten.
Nach einer Vielzahl klinischer Versuche wurde bestätigt, daß
der
Polyesterfaden der geeigneteste Textilrohstoff für
implantierbare
medizinische Textilien beim Menschen ist.


Eigenschaften der
Polyesterfäden :
-
gut
im menschlichen Organismus verträglich
-
chemisch
und physisch relativ inert (untätig)
-
behalten
ihre Zugfestigkeit
-
lösen
keine Allergien aus
-
rufen
keine biologischen Aktivitäten hervor
-
sind
nicht krebserregend
Polyesterfäden
mit spezifischen Eigenschaften für
das
Einsatzgebiet:
-
Texturfäden
mit
großer potentieller Dehnung für Gefäß - und
Bioprothesen
-
Nachbehandelte Texturfäden
für
Herzklappenstützen
-
Rotosetfäden
für
gewirkte Netze für Muskelstützen
-
Fäden mit hoher Dehnung und minimalem Schrumpf
für
Nähfäden, mit denen im menschlichen Organismus
gewirkte
medizinische Textilien fixiert werden
-
Fäden mit groben Fasern und minimaler Dehnung
für chirurgische Nähfäden
Funktionen von textilen
Implantatstrukturen
-
Gewebeersatz (künstliches Material als Implantat ersetzt
biologisches Gewebe)
-
Gewebeverstärkung (textiles Material dient der
Stabilisierung des neu zu bildenden
oder regenerierenden Gewebes)
-
Träger von Zellen (bei biohybriden Organen, d.h.
künstliches Material in Kombination

mit körpereigenen Zellen)
in Entwicklung “Tissue
Engineering“
( Zellkulturtechnik)
-
Funktionsmäßiger Organersatz
(neue Organe werden durch Kombination von funktionalen Zellen mit Trägerstrukturen außerhalb des Körpers gebildet
und danach verpflanzt, z.B. Herzklappen, Herzmuskeln, Knochenersatz)
Beispiele:1) Biohybrider
Organersatz für den Pankreas
(Bauchspeicheldrüse)

zusammengesetzt aus textilem Träger
(PUR- Vlies) und Kapillarmembran
2) Herstellung von biologischen Herzklappen
bestehend aus einer Rahmenstütze aus PP,
überzogen mit einer gewirkten Maschenware
aus PES- Texturfäden. Der biologische Teil
besteht aus den Herzklappen des Wildschweins.
3) Biohybrider Luftröhrenersatz bestehend aus
einer mikroporösen Stützstruktur (PUR), die
von Epithelzellen besiedelt wird.
Strukturparameter können das
Implantat positiv oder
negativ verändern.
-
Bindung
-
Wanddicke
-
Fadenstärke
-
Porosität und Porengröße
(Tabelle„Porositätsbereiche“)
-
Oberflächenrauhigkeit
(mikroporöse Oberflächen
verursachen eine kleinere
Narbengewebsbildung als glatte oder sehr rauhe)
Porositätsbereiche von textilen Implantatstrukturen
Struktur
|
Material |
Porosität |
|
Gewirk |
PES-
Mutifilament |
hochporös |
|
Gewebe |
PES-
Mutifilament |
gering |
|
Vlies |
Polyurethan |
mikroporös |
-
hochporös = 1500 cm^3/cm^2 min
-
gering =
500 cm^3/cm^2 min
-
mikroporös = 100 cm^3/cm^2 min
Mechanische
und strukturelle Eigenschaften an
medizinische Textilien
Entsprechend der Funktion des Implantats werden die
Struktur und das Material gemäß den gewünschten
mechanischen und strukturellen Eigenschaften ausgewählt.
Mechanische
Eigenschaften :
-
ausreichende Stabilität der Struktur auch unter
Dauerwechselbelastung, wie Zug, Druck, Biegung
-
ein
auf das zu ersetzende Gewebe abgestimmtes
Kraft-
Dehnungs- Verhalten
-
interoperative Längenanpassung der Prothese
Strukturelle
Eigenschaften :
-
keine unerwünschte Veränderung der Struktur und
Porosität während des Implantationszeitraums
-
Porosität
keine unerwünschte Veränderung während der
Verweildauer im Körper
- ausreichende Nahtausreißfestigkeit
- Oberflächenrauhigkeit
Anhaftung von Zellen
-
Formstabilität
z.B. bei Gelenküberschreitungen bei Gefäßprothesen
Anforderungen an medizinische Textilien
Biokompatibilität,
d.h. Gewährleistung von Körperverträglichkeit
des Materials und die Sterilisierbarkeit :
-
keine
Auslösung von Allergien
-
kein
Verursachen außergewöhnlicher Fremdkörperreaktionen
-
kein
unerwünschter Einfluss auf das Zellwachstum
-
keine
Veränderung der Bluteigenschaften (Blutgerinnung)
-
Sterilität
Einteilung
unterschiedlicher textiler Strukturen
Einteilung der Strukturen in Abhängigkeit von ihrer textilen
Konstruktion (Bindung, Fadenverlauf)

![]()
![]()

Maschenwaren - Gestricke - Gewirke Vliesstoffe Webwaren - Gewebe Geflechte
1) Eigenschaften von Gestricken
-
hohe elastische Verformbarkeit
(durch die reihenweise Anordnung der Fäden und der
ausgebildeten Maschen)
-
Einsatz: Bei Implantaten, die eine hohe elastische
Verformbarkeit der Struktur erfordern oder
bei

denen Verformbarkeit keine
negativen Effekte
zeigt, z.B. für Kunststoffarterien
von der
Flachstrickmaschine aus PES oder Teflon.
2) Eigenschaften von Gewirken
-
geringe elastische Verformbarkeit in Längs- und
Querrichtung
-
Ausrichtung der Fäden in Längsrichtung
-
stabile Struktur
-
sehr hohe Nahtausreißfestigkeit im Vergleich zu Gestricken
-
hochporös
Einsatz: z.B. bei Gefäßprothesen und Patches als
Hirnhautersatz
3) Eigenschaften von Geflechten
- evtl. elastische Verformung
in Längs- und
Querrichtung
-
Einsatz: z.B. als chirurgische Nähfäden für die
Stabilisierung von Bändern
oder die Fixierung
von Knochenfrakturen
4) Eigenschaften von Geweben
-
feste, dimensionsstabile Struktur
-
geringe Porosität, aber gewisse Steifigkeit
-
wenig elastisch verformbar
-
Neigung zum Ausfransen an Schnittkanten
(aufgrund geringer Faden- Faden- Fixierung)
-
Einsatz: z.B. als gewebte Gefäßprothesen
(Durchmesser von > 8 mm)
im
Hochdruckbereich in Herznähe
-
Verschweißen der Schnittkanten !
(Bei gewebten Gefäßprothesen müssen die
Schnittkanten
während der OP mit dem Elektromesser, Cutter,
verschweißt werden.)
5) Eigenschaften von Vliesstoffen
-
besitzen isotrope oder anisotrope Faserstrukturen
(dem natürlichen Kollagen sehr ähnlich)
-
sehr gute Zellverträglichkeit
-
Einsatz: Vliesstoffe aus Polyurethan
werden für
hochelastisch verformbare
Implantate
eingesetzt.


a) Chirurgische Netze
Einsatz: - zum Ersatz von Muskelhaut
- zur Ergänzung weicher Gewebe
- zur externen Umhüllung von Blutgefäßtransplantaten
Textiler
Rohstoff: kettengewirkte Netze aus PES- Garn
(z.B. 33 dtex PES- Filament)
Eigenschaften: - hohe Gleichmäßigkeit der Maschenwarenstruktur
-
Dimensionsbeständigkeit

- hohe
mechanische Festigkeit
- Zuschnitt
auf Maß ohne Ausfransen der Ränder
- netzartige
Struktur bewirkt gute Heilung
- kein
Erregen von Entzündungszuständen
- beständig
gegen die Einwirkung von
1)
Gewirkte PP- Kunststoffnetze (16
g/m^2,sehr leicht)
für den operativen Einsatz bei Leistenbrüchen.
Kunststoff wird mit Titan veredelt =Verbundwerkstoff
„Titan-
Kunststoffverbindung“
Eigenschaften: -
keine Angriffspunkte für Infektionskeime
-Titanoberfläche ähnlich dem Körpergewebe

- perfekte
Integration in das Körpergewebe
- keine
Abwehrreaktionen
2) Gewirktes PES- Korsett gegen
Herzinsuffizienz
(Störung der
Herzfunktion) als elastisches, zu einem
Beutel konfektionierten Netzgewirk
Eigenschaften:
- biokompatibel
(Körperverträglichkeit/ Sterilität)
- sehr
verträglich mit der Herzoberfläche
-
Netzbeutel schmiegt sich an die Herzform wie
eine
zweite Haut
b) Gefäßprothesen
Einsatz: Blutgefäßprothesen
als Ersatz von nicht mehr
funktionstüchtigen
Blutgefäßen
Eigenschaften: - hohe Festigkeit
- leicht,
weich
- wachsen vernarbend ins Körpergewebe ein
- Orientierungsstreifen an der Prothese sorgt für
präzise Platzierung
- Kettengewirkstruktur verhindert ein Auftrennen
oder Ausfasern
- gleichen sich der Körperform und Bewegung des
Körpers ideal an
- durch ihre Biegsamkeit und
Elastizität ist eine gute
Anpassung an das Körpergewebe- Wachstum
gesichert

c) Ersatzhaut
Einsatz: - provisorisches Überdecken von Hautverlusten
in
Form von Patches bei Wunden, wie z.B.:
Brandwunden,
Geschwüre, Wundliegen,
bösartige
Hauttumore.
- zum Überdecken der gereinigten Wunden vor
der
Transplantation
- zum Reinigen der Wunden
- zum Entfernen von Körpergeweberesten
Textiler Rohstoff: PA-
Kettengewirk mit PUR- Schaumstoff
(z.B. 44 dtex PA- Filament)
Eigenschaften: - mildert örtliche Schmerzen
- löst keine Allergien aus
- wirkt anregend auf das
Nachwachsen der
Epidermis an den
Rändern der Hautverluste
- vermindert die
Bakterienflora
- Kettengewirkstruktur stellt
Lüftung der Wunde
sicher
- optimale Heilung
d) Bänder- und Sehnenprothesen
Einsatz:
- zur Rekonstruktion gerissener
Gelenkbänder
- als Ersatz von Sehnen
Textiler
Rohstoff: kettengewirkte PES- Bänder
mit nach innen gerollten
Seitenrändern,
in Breiten
von 1-5 mm/ in Längen 300-900 mm
(z.B. 110 dtex PES- Filament)
Eigenschaften: - kein Ausfransen an Schnittstelle
- beständig in
den Längs- und Querabmessungen
- hohe
mechanische Festigkeit
- Anpassen an
die Körperbewegung (flexibel)
- kein Erregen von Entzündungszuständen
- vernarbendes
Einwachsen in das Körpergewebe
-
Gewirkstruktur gewährleistet Verwachsen mit
dem
Körpergewebe

B) Wundversorgung
Für
diesen Bereich werden die sogenannten „Biofunktionstextilien“
eingesetzt,
die zusätzlich kosmetische, prophylaktische oder therapeutische Funktionen besitzen.
Eigenschaften: - können von der Haut
abgegebene Stoffe aufnehmen
bzw. speichern
- schützen den Träger
vor schädlichen Einwirkungen
- können mit
heilenden Wirkstoffen versehen werden,
die im direkten
Hautkontakt beim Tragen durch
Wärme und
Hautfeuchte wieder abgegeben werden
(z.B.
Salbenkompressen)
- optimale Heilung
a) Chirurgische
Nähfäden
Einsatz: Verwendung für die Herstellung von langzeitig beim
Menschen implantierbaren Prothesen
Textiler Rohstoff: hochwertige PES- Garne
mit minimaler
Dehnung
Eigenschaften: - gute Dimensionsstabilität
- sehr hohe Zugfestigkeit
- hohe
Zugbruchfestigkeit
- Zugdehnung unter
8%
- keine
Schleifenbildung unter nassen Bedingungen
b) Wundpflaster
Einsatz: Wundpflaster- Strips, z.B. „Hansaplast“
Textiler Rohstoff: - kettengewirkter
Pflasterstoff mit Spinnvlieseinlage oder
- Trägervlies mit
aufgebrachtem gewirkten Pflasterstoff
z.B. Pflasterstoff aus 44 dtex PA- Filament
Pflastereinlage aus Nm 34/1 CV
Eigenschaften: - kein Verkleben mit der
Wunde, da luft- und
flüssigkeitsdurchlässige Oberflächenstruktur
- Polstereffekt durch
dreidimensionale Struktur
- wundfreundlich
- desinfizierend
durch antiseptisch imprägniertes CV- Garn
- optimales Haften
der Klebefläche auf der Haut durch
hautsympatischen Polyacrylatkleber
- bei spezieller
Ausrüstung wasserabweisend

c)
Elastische und unelastische Binden
Einsatz elastischer Binden: Zum
Ruhigstellen und Stützen bei der
Behandlung und Nachbehandlung von
Verletzungen und Erkrankungen der
Muskeln, der Sehnen
und der Gelenke.
Textiler Rohstoff: Herstellung der Binden auf Elastik-
Raschelmaschinen
aus CV bzw. CO mit PA und Gummi- oder
Elasthanfäden (z.B. L1 67 dtex PA- Filament
L2 Nm 48/1 CV
L3 Gummi)
Eigenschaften: Die Wareneigenschaften
können je nach Legung und
Materialzusammensetzung variiert werden.

- Luftdurchlässigkeit durch netzartige Struktur,
d.h. Haut
bleibt trocken
- kochfest
- sterilisierfest
- alterungsbeständig
- unempfindlich gegen Schweiß, Fett, Öl, Salben und
Lösemittel
Einsatz unelastischer Binden: zum Fixieren von Kompressen
Textiler Rohstoff: kettengewirkte Binden
werden auf Raschelmaschinen
mit vier Legebarren hergestellt

z.B. Nm 70/1 PA/ CO
d) Salbenkompressen
Einsatz: - für frische Wunden, wie Schürf- , Riß- und
Platzwunden
-
bei
Verbrennungen, Verbrühungen
-
Verätzungen
Textiler Rohstoff: hergestellt aus einem mit
Salbe präparierten,
gitterförmigen Kettengewirk (3-
Maschen- Tüll)
z.B. L1 100 dtex
PA bzw. PES

L2/
L3 Nm 100/ 1 CO
Eigenschaften: - kein Verkleben mit der
Wunde
- Sekret kann
abfließen
- verhindert feuchte
Kammern
- ungestörte
Wundheilung
e)
Gipsverbände
Textiler Rohstoff: hergestellt aus einem offenen
kettengewirkten
mit Gips getränkten Trägermaterial
z.B. Nm 70/ 1 PA/ CO
Eigenschaften: - bindet große Mengen von
Gips, d.h. viel Gips auf
kleinem Raum verankert
- schiebefester
Aufbau sichert die Gipshärtung
- offene Struktur
sichert gute Verteilung des Gipses
f)
Elastische Schlauchnetze
Einsatz: - zum Festhalten von
Verbänden auf Brandwunden
- zum Behandeln von Verrenkungen
Textiler Rohstoff: hergestellt aus hochelastischen
texturierten Garnen,
Gummi- bzw. Elasthanfäden auf
doppelbarrigen
Raschelmaschinen in unterschiedl.
Durchmessern
z.B. Nm 53/ 2 CO oder 167 dtex PES text. mit
Nm 9,1/
1 Gummi umsponnen
Marken: - „Elastofix“ (Beiersdorf)
- „Stülpa- fix“
(Hartmann)
- „Codofix“ (Tricomed)
Eigenschaften: - können ohne auszufransen
längs und quer geschnitten
werden
- dehnen sich in
Querrichtung ohne in Längsrichtung
kürzer zu werden
- straffer, weicher
Sitz
- luftdurchlässig
- leicht anzubringen
und bequem für Patient
- keine Einschränkung
in der Bewegungsfreiheit

C) Abstandsgewirke
Ziel: - Erhaltung der Gesundheit des Menschen und die Gewährleistung
humaner Lebensbedingungen
- Einsatz von Abstandsgewirken als
Alternative zu traditionellen
Geweben, Vliesstoffen oder Verbundtextilien
Einsatz: Eignen sich aufgrund ihrer dreidimensionalen
Struktur und
des variablen Einsatzes von
unterschiedl. Faserstoffen für die
verschiedensten Einsatzgebiete und besonders gut für
funktionelle Anwendungen im hautnahen Bereich.
-
1) als therapeutische Hilfsmittel
Eignung von weichen, elastischen
und feuchteleitenden
Strukturen
- 2) im
Sitz- und Liegebereich
Eignung von sehr druckstabilen, robusten Strukturen in
neuen
Bindungsvarianten
-
3) für Schutzbekleidung
a)
Eignung
von flammhemmenden Strukturen für
Betteinlagestoffe (Pflegebereich)
b)
Eignung
von hochtemperaturbeständigen Strukturen
für Feuerwehrschutzkleidung
Textiler Rohstoff: 3- D- Abstandsgewirk auf doppelbarriger
Raschelmaschine hergestellt
z.B. a) 35% PA, 32% PES, 33% CV
b) 89% PES, 11% CV
Die Struktur von
Abstandsgewirken
durch
Polfäden als „Abstandshalter“
miteinander verbunden sind
und
somit gleichzeitig auch auf Distanz gehalten werden.
Dadurch
befindet sich in diesem Zwischenraum immer eine
„atmungsaktive“ Zone.
Je nach Anwendungszweck erfolgt die
Konstruktion und Gestaltung
der abstandshaltenden Zone.
Wichtige Parameter für den
späteren Einsatzzweck:
-
Dicke
des Polfadens
-
Anzahl
der Polfäden
-
Dicke
des Textils (bestimmt durch Abstand der Barren)
-
Polfadenverlegungswinkel
in Abhängigkeit vom Fräsblechabstand
Eigenschaften von
Abstandsgewirken
-
leicht
-
weich
-
hautsympathisch
-
elastisch
-
luftdurchlässig
(atmungsaktiv)
-
Feuchtigkeit
weiter leitend
-
thermoregulierend
-
dauerhaft
wiederverwendbar
-
kostengünstiger
im Vergleich zu Verbundstoffen
-
vielseitig
einsetzbar
a) Abstandsgewirke in der Orthopädie
Einsatz: im hautnahen Bereich (z.B. Bandagen)
Textiler Rohstoff: - besonders eigenen sich monofile
Polyesterfäden
in feinen
Titerbereichen als Abstandshalterfäden
(Weichheit)
- Elasthane können in Feinheiten bis 130
dtex
verarbeitet
werden (Elastizität)
- grobes Elasthan als Schußfaden wird in
Feinheiten
bis 470 dtex
eingesetzt (gute Kompression)
- Materialkombination PES/ Elasthan
problematisch
für Färber:
für kräftige,
dunkle Farben zweibadiges Färben
erforderlich
Eigenschaften: - atmungsaktiv (thermoregulierend)
- druckelastisch
- weich, definiert
dehnungselastisch
- feuchteleitend
- gute
Oberflächenbeständigkeit
- gutes hautsensorisches und bekleidungsphysiologisches
Verhalten

b) Abstandsgewirke für die Dekubitusprophylaxe
Einsatz: z.B. - Anti- Dekubitus- Decken (Auflage) bei bettlägerigen
Patienten, um ein
Wundliegen zu verhindern oder
- als Ergänzung zu
bestehenden Dekubituslagerungs-
Systemen, wie
Schaumstoff- und
Wechseldruckmatratzen
Eigenschaften: - hohe Luftdurchlässigkeit
- guter
Feuchtetransport (Schweiß) durch geeignete
Materialkombinationen (PES/ CV)
- weich
- druckelastisch
(Reduzierung des Auflagedrucks des
Körpers)
- durch
„atmungsaktive“ Zone wird ein Mikroklima
geschaffen
zwischen Körper und Auflage
c) Abstandsgewirke in der Rehabilitation
Einsatz: z.B. - Rollstuhlkissen
- Abstandsgewirk als
Alternative zu Schaumstoff- ,
Luftlamellen- und
Gelkissen
Eigenschaften: - atmungsaktiv
- thermoregulierend
- Druckentlastung im Gesäßbereich
- verbesserter
Sitzkomfort
- verringertes
Entstehungsrisiko eines Druckgeschwürs
Begriffserklärungen
anisotrop: Fasern sind richtungsabhängig, z.B. in Längs- oder
Querrichtung
biohybride Organe: künstliches Material in Kombination mit
körpereigenen oder - fremden Zellen
Dekubitus: Wundliegen bei dauernd Bettlägerigen als Folge
mangelhafter
Gewebsernährung
Endothelzellen: Zellen zur Auskleidung der Blutgefäße und
Körperhöhlen
isotrop: Fasern sind richtungsunabhängig, z.B. wirr
Insuffizienz: Störung der Herzfunktion, z.B. vergrößerter Herzmuskel
Kapillare: kleinste Blutgefäße
Kollagen: von Bindegewebszellen abgeschiedenes Faserprotein
Life Science: naturwissenschaftliche Disziplinen
Patches: engl. Stoffflicken, hier „textiler Gewebeflicken“ als
Hautersatz
Polymere: makromolekulare natürliche oder (durch Polymerisation
- kondensation, - addition) synthetische, aus
zahlreichen
Monomeren
aufgebaute Verbindungen mit einer
Molekülmasse über 1000.
Porosität: Durchlässigkeit der Membran - Porigkeit
makroporös = großporig
mikroporös = kleinporig
z.B. sollen feinste
Gewebeporen bei textilen Strukturen
eine Luftzirkulation
zulassen.
Rotosetfaden: Wird hochelastisches Garn (HE) erwärmt unter leichter
Spannung, bevor es
aufgespult wird, dann setzt man
die sehr hohe
elastische Drehung herab.
Das Set- Garn besitzt
einen hohen Bausch und weichen
Griff, ist wärmend.
Texturfäden: Bei der Texturierung handelt es sich um eine
Strukturänderung, d.h.
eine Knickung oder eine schleifen -
bzw. spiralförmige Verformung
der Kapillare bzw. Fasern.
Texturierfäden besitzen
eine hohes Volumen und eine hohe
Elastizität, eine große
Wärmehaltung und einen reduzierten
Glanz (Glätte).
Tissue Engineering: Zellkulturtechnik
Zugbruchfestigkeit: - Zugbruchkraft
Sie ist die
Kraft, die zum Faserbruch führt.